KULTURSOMMER 2019 -

"heimat/en"

 
 
Die Veranstaltungsreihe 2019 beinhaltet vier Veranstaltungen im Rahmen des Kultursommers und ein Klavierkonzert von Wolfgang Nieß am 24.3.2019 : 

Am 1. Mai 2019 widmet sich das Pardall-Quartett den Klängen der Heimat mit Kompositionen von Ed. Grieg und B. Smetana
 
An Pfingstmontag sind "Mon Mari et moi" im Sturmfeder'schen Schloss zu Gast mit einem Chansonabend.
 
In der Pfalzgalerie am 29.09.2019 erwartet Sie ein "Kunstspätstück" mit dem Thema "Der Wald ist (un)heimlich", eine musikalisch-literarische Annäherung mit Mari Kitamoto (Violine), Johannes Pardall (Viola, Moderation),
 Friedemann Pardall (Violoncello) und Sandra Urba (Klavier)

 
Und last but not least: am 3.Oktober 2019 gastieren Rainer Furch und Madeleine Giese an Vers und Prosa
 und Albert Koch an der Mundharmonika im Sturmfeder'schen Schloss in Dirmstein mit dem Thema "Überall ist Wunderland" über Joachim Ringelnatz.
 
Lassen Sie sich verführen zu wunderbaren Reisen durch Epochen, Klänge, Gerüche und genießen Sie mit allen Sinnen!!

 

 

Ihre

Markus Munzinger und Johannes Pardall

 

---------------------------------------------------------------------------------

 

Kultursommer-Programm 2019

 

"heimat/en"

 

---------------------------------------------------------------------------------

 

 

„13 Monate und Ein Jahr“ „

 

ERICH KÄSTNER: „DIE 13 MONATE“
&
FANNY HENSEL-MENDELSSOHN: „DAS JAHR“


ein musikalisch-literarischer Spaziergang durchs Jahr


gespielt und gelesen von
 Wolfgang Nieß   

 

Sonntag, 24. März 2019, 17 Uhr


Sturmfeder’sches Schloss Dirmstein

 

Der Gedichtzyklus „Die 13 Monate“ gilt als eines der romantischsten und idyllischsten Werke Erich Kästners und ist und zugleich sein letzter Gedichtband.
 
1841, über hundert Jahre vor Kästners Gedichten entstand der
Klavierzyklus „Das Jahr“ von Fanny Hensel-Mendelssohn, der Schwester von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Dieser Zyklus ist erst vor wenigen Jahren wiederentdeckt worden und hat inzwischen – zu Recht! – einen festen Platz im Konzertsaal gefunden.
 
In beiden Meisterwerken, werden die Monate des Jahres, mal literarisch, mal musikalisch, dargestellt.
 
Spazieren Sie mit Wolfgang Nieß in einem bunten Wechselspiel zwischen Kästners Gedichten und der virtuosen romantischen Klaviermusik von Fanny Hensel-Mendelssohn angeregt durchs Jahr!

 

-----------------------------------------------------------------------

 

 

Klänge der Heimat

Grieg und Smetana, heimatverbunden und paneuropäisch

Kammermusik-Soirée mit dem Pardall-Quartett


Mittwoch, 1. Mai 2019, 17 Uhr


Weingut Janson-Bernhardt, Zellertal-Harxheim

 

Es gibt wenige Komponisten, in deren Œvre  Heimatverbundenheit so stark zum Ausdruck kommt wie bei dem Tschechen Bedřich Smetana und dem Norweger Edvard Grieg. Das Pardall-Quartett widmet sich in seiner diesjährigen Soirée neben Smetanas erstem Streichquartett Nr. 1 e-Moll, „Aus meinem Leben“, dem Streichquartett g-Moll op. 27 von Edvard Grieg. Beide Werke entstanden 1877/78 in einer Zeit, in der viele Völker nach Eigenständigkeit und ihrer kulturellen Identität suchten und im Zuge dessen sich auch in der klassischen Musik die für diese Zeit typischen Nationalstile zu entwickeln begannen. Die aus dieser Bewegung entstandenen  Kompositionen wiederum verschmolzen musikalisches Material ihrer kulturellen „Heimat“ mit den paneuropäischen Gattungen wie Kammermusik, Sinfonik und Oper. Das machte diese Werke überall auf dem Kontinent aufführbar, für das jeweilige Publikum unmittelbar verständlich und in ganz Europa äußerst  erfolgreich. Folglich zählen auch die beiden Kompositionen des Abends zu den wichtigsten Streichquartett-Werken des 19. Jahrhunderts.


Edvard Griegs Streichquartett op. 27 bildet einen Meilenstein in dessen kompositorischem Schaffen, gelang es ihm doch hier erstmals, seinen eigenen hohen Ansprüchen in der Kombination aus folkloristischen Motiven seiner Heimat mit den während des Studiums in Leipzig gelernten anspruchsvollen, klassischen Musikformen wie der des Streichquartetts zu genügen und sich damit aus einer Schaffenskrise zu befreien. Zum Komponieren hatte er sich dafür extra in eine ländliche Gegend in die Nähe seiner Geburtsstadt Bergen zurückgezogen, um sich eine für sein musikalisches Idiom möglichst authentische Umgebung zu schaffen.
Den Bogen zu schlagen zwischen Herkunft, „Wanderschaft“ und Rückkehr in die Heimat gelang ihm hier nicht nur innerlich: Bereits kurz nach der Uraufführung 1878 in Köln wurde das Werk in Leipzig,  der Stadt seiner musikalischen Ausbildung, erfolgreich aufgeführt. Kompositorisch bildet das Werk ein wichtiges Bindeglied zwischen Romantik und Impressionismus. Nicht umsonst komponierte Claude Debussy 1893 sein Streichquartett in derselben Tonart.

 

Bedřich Smetana wurde bei seiner Geburt 1824 auf den Namen Friedrich getauft. Erst als Erwachsener entwickelte er sein tschechisches Nationalgefühl, erlernte die tschechische Sprache und änderte seinen Vornamen in die tschechische Form von „Friedrich“: Bedřich. Wie sein Vorbild Richard Wagner nahm Smetana an der Revolution 1848/49 teil. Glühender Patriot,  musste er 1856 sein Land – damals Teil des österreichischen Kaiserreichs -  aus politischen Gründen verlassen und konnte erst fünf Jahre später nach Prag zurückkehren. Von da an arbeitete er rastlos für die tschechische Nationalbewegung, wenn auch dieses Mal als Künstler. Seine Heimat sollte Nation werden!
In den Jahren nach seiner Ertaubung zog er 1874 zu seiner Tochter aufs Land, wo er seine berühmte Liebeserklärung an die tschechische Heimat, den Zyklus sinfonischer Dichtungen „Mein Vaterland“, und zeitgleich sein autobiographisch gefärbtes Streichquartett „Aus meinem Leben“ komponierte.
Beide Komponisten sind mit ihrem Leben und Werk Vorreiter eines paneuropäischen Ideals vieler Völker mit einer gemeinsamen Sprache: der der Kunst.

 

 Mari Kitamoto, Violine (Vorspielerin im Orchester des Pfalztheaters);
Patrick Floris (Mitglied des Ortchester des Pfalztheaters);

Johannes Pardall, Viola und Moderation;
Friedemann Pardall, Violoncello (Solocellist der Deutschen Oper am Rhein)

 

---------------------------------------------------------------------------------

 

 

„Mon Mari et moi“

spielen Lieblingslieder aus ihrem prall gefüllten Reisekoffer

Chansonabend mit Shakti und Matthias Paqué

Pfingstmontag, 10. Juni 2019, 17 Uhr
Sturmfeder’sches Schloss, Dirmstein

Heimat –to come and to go… Nirgends macht es sich der Mensch so heimelig wir in den eigenen vier Wänden. Shakti (Gesang, manchmal auch Pianica und Autoharp) & Mathias Paqué (Gitarre und andere Effekthaschereien) haben während einer langen Konzert-Reise durch private Wohnzimmer und Salons viel über das Innerste unserer privaten Heimaten kennen gelernt und aus ihren Erfahrungen heraus ein neues Programm entwickelt und an einem strengen Publikum getestet.

Ihre eigenen Heimaten passen glücklicherweise in einen Koffer und verreisen gerne und oft.
Im Gepäck haben sie deutschsprachige Lieblingslieder, die durch wundersame Geschichten zusammengehalten werden. Sie sind oft skurril und wunderlich, manchmal aber auch einfach nur ein kleines Schlupfloch aus dem Alltag.
»Heimat ist zuallererst ein gutes, wohliges Gefühl. Das wollen wir im Konzert verbreiten, ordentlich auswälzen und verteilen.«

 

Ohne Gartenzwerg-Gefühle beschäftigen sie sich mit Sehnsucht, Heimweh, dem Ankommen, dem Zuhause, dem großem Glück und natürlich der Liebe.
Es gibt viele eigene Lieder zu hören, aber auch solche, die sie gerne selbst geschrieben hätten. Wer Lust auf einen abwechslungsreichen, ungewöhnlichen Abend verspürt, kann sich hier wunderbar beheimatet fühlen.

 

------------------------------------------------------------------------------------

 

 
Kunstspätstück:
„Der Wald ist (un)heimlich“


Eine musikalisch-literarische Annäherung
mit Mari Kitamoto (Violine), Johannes Pardall (Viola, Moderation),
 Friedemann Pardall (Violoncello) und Sandra Urba (Klavier)

Sonntag, 29.9.2019, 17 Uhr
Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern

Musik von Robert Schumann, Arnold Schönberg, Arvo Pärt und Leos Janácek,
 Texte von Ernst Jünger, Elias Canetti und Henry David Thoreau
 
Der Wald ist heimlich. Das Wort gehört zu jenen in unserer Sprache, in denen sich zugleich ihr Gegensatz verbirgt. Das Heimliche ist das Trauliche, das wohlgeborgene Zuhause, der Hort der Sicherheit. Es ist nicht minder das Verborgen-Heimliche und rückt in diesem Sinne an das Unheimliche heran.
 Ernst Jüngers Worte sind eine sehr gute Beschreibung dessen, was sich zu der Deutschen ambivalenter Beziehung zu „ihrem“ Wald in Musik und Literatur findet: die Konfrontation mit unseren Urängsten einerseits, schützendes Refugium andererseits. Ein Gegensatzpaar bilden auch der vom französischen Staatstheoretiker Montesquieu ausformulierte Gedanke, dass die Freiheit aus den Wäldern Germaniens stamme, und mit ihm auch das Aufrührerische. Auf der anderen Seite  sah wiederum Elias Canetti darin das Massensymbol eines Heeres in aller Einförmigkeit, Dichte und Zahl.  Nicht umsonst rief ein britischer Kontaktoffizier nach dem Zweiten Weltkrieg Oh no, that’s too much wood!, als ein Hamburger Buchhändler ihm vorgeschlagen hatte, Grimms Märchen in den Kanon der demokratisch unverdächtigen Bücher aufzunehmen.
Wenn also das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (der einzigen Großstadt, die inmitten des größten zusammenhängenden Waldgebiets Deutschlands beheimatet ist) die aus Kartonagen geschnittenen „Wälder“ der französischen Künstlerin Eva Jospin ausstellt liegt es nahe, sich diesem Thema einmal musikalisch-literarisch zu nähern. Neben Robert Schumanns „Märchenerzählungen“ stehen Leos Janáceks „Märchen“, „Fratres“ von Arvo Pärt sowie Arnold Schönbergs „Verklärte Nacht“ in der Bearbeitung für Klaviertrio auf dem Programm, literarisch begleitet durch Ausschnitte aus dem „Waldgang“ von Ernst Jünger aus „Masse und Macht“ von Elias Canetti und aus Henry David Thoreaus „Walden“.


Das „Kunstspätstück“ findet im Großen Oberlichtsaal des Museums Pfalzgalerie statt. Nach dem anschließenden Buffet können sich die Veranstaltungsgäste noch auf einen nächtlichen „Waldgang“  durch Eva Jospins „Forêts“ begeben.

Reservationen:
Kombitickets zu 28,50 € (Schüler/Studenten 18,50 €) für Konzert und Buffet ordern Sie bitte verbindlich bis 19.09.2019 direkt bei der Pfalzgalerie (es sind 60 Kombitickets erhältlich) – tel. unter 0631/3647201 oder per E-Mail unter info@mpk.bv-pfalz.de;


Wer nur ins Konzert kommen möchte (Karten zu 17€, Schüler/ Studenten 7€) kann bis zum Konzerttag unter tel. 0172-6583690
oder basurconcert@in-kl.de reservieren.
Es gibt zusätzlich 30 Tickets nur für das Konzert, ohne Buffet.

----------------------------------------------------------------------------------------
 


 

Joachim Ringelnatz „Überall ist Wunderland“


Über einen Sachsen, der mit einer Figur
aus dem Norden
 den Erfolg in München fand.


Mit Rainer Furch und Madeleine Giese an Vers und Prosa

und Albert Koch an der Mundharmonika

Donnerstag, 03.10.2019, 17 Uhr

Sturmfeder'sches Schloss, Dirmstein

 

"Es ist so traurig", schrieb Erich Kästner, "dass sich die meisten angewöhnt haben, über Ringelnatz als einen Hanswurst und Suppenkasper zu lachen. Merken denn so wenige, dass man einen Dichter vor sich hat?" Heute, 133 Jahre nach der Geburt von Hans Gustav Böttcher in Wurzen nahe Leipzig, erkennt man in diesem "schief in die Welt gebauten" Dichter, Kabarettist und Maler einen der größten Melancholiker der deutschen Literatur. So wie Kurt Tucholsky das schon 1927 tat, als er in "manchem Blankverschen Ringelnatzens tiefstes Leid" empfand: "man kann dasselbe auch sehr ernst sagen, aber dann ist es nicht mehr so wirksam".



Ringelnatz - die Leistung seines kurvigen Lebens war mindestens so groß wie sein Dichtwerk - war eine verletzliche Seele, die selbst an Land irgendwie immer auf See, seiner eigentlichen Seelen-Heimat, blieb. Unter seinen Füßen sollte lebenslang der Boden schwanken - was nicht nur daran lag, dass er sich oft und gründlich besoff. Er war ein Humorist, aber einer, der wusste, dass Komödien im Grunde Tragödien sind, die absurderweise gut ausgehen. Oder, wie wiederum Tucholsky über Ringelnatz schrieb, "welche Affenkomödie darin steckt, dass es weiter geht, dass es immer weiter geht."

 

 

Veranstaltungsorte

 

Sturmfeder’sches Schloss 

Marktstraße 4

D-67246 Dirmstein / Pfalz

 

 

 

 

Weingut Janson Bernhard

Hauptstr. 5  ·  67308 Zellertal / Harxheim

Tel: 06355-1781  ·  Fax: 06355-3725

info@weingutjansonbernhard.de

www.weingutjansonbernhard.de

 

mpk, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
Museumsplatz 1, 67657 Kaiserslautern
T.: +49 (0) 631 3647 -201

info@mpk.bv-pfalz.de

www.mpk.de

 

 

 

 

 

 

 

 

Preise / Reservierungen

 

Eintritt für alle Veranstaltungen (außer "Kunstspätstück"):

17€ (Schüler/Studenten: 7€)

 

Kartenreservierungen (außer "Kunstspätstück")

Empfehlen wir Ihnen wegen des begrenzten Sitzplatz­-

angebotes. Reservierungen und Informationen unter 

Telefon 0172/6583690, Fax 0631/3401065, 

oder per E-Mail unter basurconcert@in-kl.de.

 

Ein großer Dank gilt der Ortsgemeinde Dirmstein und dem Kulturverein St. Michael in Dirmstein. Ebenso bedanken möchten wir uns bei Christine Bernhard und dem Weingut Janson-Bernhard sowie bei Frau Dr. Britta Buhlmann vom Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern und natürlich, last but not least, beim Kultursommer Rheinland-Pfalz.