Unser Programm

im Rahmen des

Kultursommers Rheinland-Pfalz

2022

"Windrose: Ost"

 

 

Liebe Musikfreunde und Kulturbegeisterte,
das Jahr beginnt für uns mit einer guten Nachricht:
Wir sind wieder Teil des Kultursommers Rheinland-Pfalz! Dies bedeutet für uns nicht nur eine Förderung bei der Erstellung unserer Werbemittel sondern auch ein Qualitätssiegel und eine Bestätigung für unsere alljährlichen Bemühungen um ein hochwertiges und spannendes Programm.
Entsprechend unserem diesjährigen Motto Windrose: Ost begibt sich unsere literarisch-musikalische Reisegesellschaft dieses Mal über Böhmen und Mähren bis tief nach Russland. Dabei stellt sich hin und wieder die Frage, wo der Osten überhaupt liegt, wo er beginnt, und ob eine Reise in den "Osten" immer in Richtung Osten geht.

Herzlichst,

Ihre

Markus Munzinger und Johannes Pardall

 

 

 

 

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Unser Programm für 2022

 

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Sonntag, 1. Mai 2022, 17 Uhr


Weingut Janson-Bernhard, Zellertal-Harxheim

 

Böhmische Dörfer sind überall...

 
Quartettsoirée mit dem Pardall-Quartett

 

 Kurzfristige Programmänderung!!

Neues Programm:

 

Bohuslav Martinů

(1890-1959)

 

Drei Madrigale für Violine und Viola

 

Antonín Dvořák

(1841-1904)

Terzetto für zwei Violinen und Viola op. 74


Streichquartett Nr. 12 F-Dur, op.96

„Amerikanisches Streichquartett“

 

 

Nach einjähriger Corona-Abstinenz gibt es endlich wieder eine Quartettsoirée in stimmungsvoller Atmosphäre der "Kuhkapelle" unserer wunderbaren Gastgeberin Christine Janson-Bernhard!

 

Zu den zahllosen europäischen Komponisten, die während der Kriegsjahre als Immigranten in die USA kamen, gehörte auch der Tscheche Bohuslav Martinů. Der in Paris lebende Musiker floh im Juni 1940 vor den Nazis nach Südfrankreich, wo er auf Bahnhöfen übernachtete, dann nach Lissabon, wo seine Emigration lange am seidenen Faden hing. Im März 1941 kam er schließlich doch noch unter den „ungünstigsten Umständen“ (Yves Lenoir) in New York an, Martinů, der kein Englisch sprach und fast alle seine Partituren in Paris hatte zurücklassen müssen, wäre in dieser Situation hilflos gewesen, hätte ihm nicht der Dirigent Koussevitzky den Auftrag zu einer Sinfonie erteilt. Sie wurde ein großer Erfolg, weitere Kompositionsaufträge schlossen sich an. Dennoch blieb Martinůs Leben in den USA von ständiger Sehnsucht nach der Heimat begleitet. Auf die Kriegsjahre folgte eine Zeit tiefer Depression, denn das Kommunistische Regime vereitelte seine schon geplante Rückkehr nach Prag. Außerdem beeinträchtigte ein Unfall sein Nervensystem und Gehör für viele Jahre. In dieser Extremsituation entstanden 1947 die Drei Madrigale für Violine und Viola für das befreundete Zwillingspaar Lillian und Joseph Fuchs. Sie können – nach Mozarts Duos KV 423 und 424 – als die eigentlichen Meisterwerke dieser Gattung gelten. Durch Akkordspiel, Tremoli und andere Klangeffekte erreichen die beiden Instrumente die Klangfülle eines Streichquartetts; der motivische Schlagabtausch und die rhythmische Energie der Ecksätze bilden mit den ätherischen Klangflächen des Andante eine vollendete Einheit. Im tschechischen Volkston des Finales werden die nationalen Wurzeln seiner Kunst, aber auch seine Sehnsucht nach der Heimat hörbar.

 

 

 

Die liebenswürdigsten Zeugnisse für Antonín Dvořáks lustvollen Umgang mit den Streicherklängen, ihren Bogen-, Pizzicato- und Doppelgriffkünsten, sind die beiden Zyklen von „Kürzest-Stücken“ für zwei Violinen und Bratsche, die er 1887 geschrieben hat: zum einen die „Drobnosti“, op. 75a, zum anderen das „Terzetto“, op. 74. Erst wenn man diese Sätze gehört hat, dieses ätherische, basslose Schmachten dreier hoher Streichinstrumente in berückend schönen Klangfarben, weiß man, was Dvořák ist. Dvorak wollte beweisen, was man mit begrenzten Mitteln erreichen kann: kein ausgiebiges Sonatenallegro zu Beginn, sondern eine charmante Einleitung, eine Art Vorwort zum melodisch wunderschönen Adagio. Das Scherzo, ein Furiant mit einem Ländler als Trio, wirkt so volkstümlich, als sei es gerade auf dem nächsten Tanzboden gespielt worden. Und im Finale hat Dvořák die Variationenform auf den kürzesten Nenner gebracht.

 

 

Antonín Dvořáks „Amerikanisches Streichquartett“ entsteht während seines dreijährigen Amerika-Aufenthalts in den Sommerferien des Jahres 1893. Im Dörfchen Spilville, dessen Bevölkerung hauptsächlich aus tschechischen Einwanderern besteht, kann der heimwehgeplagte Böhme Dvořák Abstand nehmen von seinen Verpflichtungen in New York, wo von ihm nichts weniger erwartet wird als die Schaffung einer amerikanischen Nationalmusik. Stattdessen entsteht in der dörflichen Idylle eine Hommage an die Heimat, in dem der Ruf eines amerikanischen Singvogels und der Cake Walk komplett in Dvořáks Melos aufgehen.

 


 

Ausführende: Pardall-Quartett

Mari Kitamoto und Ekaterina Polkinhorn, Violinen

Johannes Pardall, Viola und Moderation

Yejin Na, Violoncello

Pfingstmontag, 6. Juni 2022, 17 Uhr


Sturmfeder'sches Schloss, Dirmstein

 


Zwischen Traum und Wirklichkeit

 
Moritz Stoepel (Rezitation) und Birgitta Lutz (Klavier)

Das Konzert ist leider bereits ausverkauft!!!

 

Auf der Suche nach dem „lebendigen Leben“ (Dostojewski), diesem Lebensdurst, entgegen den Demütigungen und Zumutungen der vorüber wehenden Zeit und ihrer Vergänglichkeit …
dieses Dürsten nach intensivem Leben, den Momenten des Zweifelns und Scheiterns und des Abschiednehmens von dieser Welt, durchweben die literarischen Werke berühmter Dichterinnen und Dichter und die Kompositionen weltbekannter Musiker aus Russland, Polen, Ungarn, Tschechien und anderen östlichen Ländern in dem neuen Projekt der Pianistin Birgitta Lutz und des Schauspielers Moritz Stoepel zum Kultursommer 2022.

 

Lyrik und Prosa von Maxi Gorki, Marina Zwetajewa, Vladimir Wystozky, Franz Kafka, Anna Achmatowa, Sandor Marai und anderen fließen ineinander mit Klaviermusik von Chopin, Liszt, Mussorgsky, Tschaikowsky, Dvorak, Bartok und bilden einen „lebensintensive“ Symbiose von Poesie und Musik.

Sonntag, 26. Juni 2022, 17 Uhr


Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern

 

Darius Milhaud – Opus Americanum

 

KUNST(spät)STÜCK im Rahmen der Ausstellung

 

„Hans Hofmann -

Chimbote. Farben für die neue Stadt“

 

Programm:

Darius Milhaud (1892-1974),

Streichquartett Nr. 10

Opus Americanum Nr. 1,
„Saudades do Brasil“

Nr X "Paineras",

"Le Bœuf sur le toit"

 

Aaron Copland (1900-1990)

„Lento molto for String Quartet“

"Hoe Down"

 

Dave Brubeck (1920-2012)

„Take five“

"Blue Rondo a la Turc"

"Strange Meadowlark"

"I see, Satie"

 

Ernesto Nazareth (1863-1934)

„Brejeiro“

 

Begleitend zur Musik liest Johannes Pardall Auszüge aus Milhauds Autobiographie „Musik ohne Noten“.

 

Studium in Paris – Erster Weltkrieg – wilde Zwanziger – Flucht vor den Nazis – bedeutender Lehrer in den USA… biographische Lebenslinien, die neben Hans Hofmann auch auf einen der bedeutendsten französischen Komponisten des 20. Jahrhunderts zutreffen:

Darius Milhaud stammt aus einer Familie alteingesessener provenzalischer Juden, besucht ab 1909 das Pariser Conservatoire und freundet sich mit Paul Claudel an. Claudel, Dichter und Diplomat, holt ihn während des ersten Weltkriegs als Botschaftsattaché nach Rio de Janeiro. Zahllose Werke und innovative Kompositionstechniken späterer Dekaden Milhauds sind aus dem unerschöpflichen Erfahrungsreichtum dieser Konfrontation mit einer damals durchweg exotischen Welt gespeist.

Von der aufkommenden Bedrohung in den faschistischen Nachbarländern spürt der inzwischen nach Frankreich zurückgekehrte Milhaud zunächst relativ wenig. Erst im Mai 1940 flieht er in die USA. Noch auf dem Schiff beginnt er mit der Niederschrift seines 10. Streichquartetts,

mit dem er zäsurartig auch eine neue Opuszählung einsetzen lässt:

„Opus Americanum no. 1“. Milhaud fasst in Amerika rasch Fuß. Zu seinen Schülern im kalifornischen Mills College gehören u. a. Steve Reich und Dave Brubeck. Außerdem pflegt er stets den Austausch mit Igor Strawinsky und Aaron Copland. 1947 nach Frankreich zurückgekehrt hält er neben einer Anstellung am Pariser Conservatoire seine kalifornische Professur bis 1971 ununterbrochen aufrecht, enormen gesundheitlichen Entbehrungen und Strapazen zum Trotz.

 

Ausführende: Duo Doppio

Ivan Knežević und Mari Kitamoto, Violinen

Johannes Pardall, Viola und Moderation

Yejin Na, Violoncello

 

Eintritt

20 Euro (Schüler*innen und Studierende 10 Euro)

Ticketreservationen

für das KUNST(spät)STÜCK

tätigen Sie bitte direkt beim Museum Pfalzgalerie,

Telefon: 0631 3647-201

oder per Mail unter

info@mpk.bv-pfalz.de

 

Aufgrund der beschränkten Platzkapazität für diese Veranstaltung

empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung.

Montag, 3. Oktober 2022, 17 Uhr


Sturmfeder'sches Schloss, Dirmstein

 

"Mozart auf der Reise nach Prag"

 

Lesung mit Musik

E. Mörike, W. A. Mozart

 

gelesen und gespielt von

Madeleine Giese und Rainer Furch

Sandra Urba (Klavier)

und

Mari Kitamoto (Violine)

 

 

Am kommenden Montag buhlen zwei Duos – ein literarisches und ein musikalisches – um die Aufmerksamkeit der geneigten Zuhörerschaft:

 

Eine Commedia dell’ Arte im besten Mozart’schen Sinne, dazu noch im passenden Interieur eines Rokoko-Schlösschens auf dem Lande, zeit- und standesgemäß garniert mit Sinnes- und Gaumenfreuden aus Küche und Keller.

 

 

 



Es mag paradox erscheinen, dass man heutzutage bei einer Reise von Wien nach Prag spontan an eine Reise „vom Westen in den Osten“ denkt, ist sie doch bei genauerer Betrachtung eine Reise, die nach geographischen Gesichtspunkten vornehmlich Richtung Norden aber eben doch auch ein Stück weit nach Westen führt.


Eduard Mörike schickt „seinen“ Mozart rückblickend in ein noch nicht von den geopolitischen Verwerfungen des 19. und mehr noch des 20. Jahrhunderts zerteiltes und Blöcken zugeteiltes östliches Mitteleuropa. Es ist nicht nur ein Schwanengesang auf Wolfgang Amadeus Mozart, es ist ein Abgesang auf eine sterbende Epoche, eine letzte Rast vor dem Rasen der Zeitenwende, geschrieben 1855 in einer Zeit des aufkommenden Nationalismus im europäischen Bürgertum.

Madeleine Giese und Rainer Furch, die beiden frisch gebackenen Preisträgern des Dietrich-Oppenberg-Medienpreises 2021 der Stiftung Lesen und der Stiftung Presse-Haus NRZ, gestalten Eduard Mörikes bekannteste Novelle zu einem Lese-Dialog. Das musikalische Zwiegespräch zur Novelle bildet Wolfgang Amadeus Mozarts letzte Sonate für Violine und Klavier A-Dur, KV 526 - entstanden just in den Tagen, von denen die Novelle erzählt - meisterhaft interpretiert von Sandra Urba und Mari Kitamoto.


 

Veranstaltungsorte

 

Sturmfeder’sches Schloss 

Marktstraße 4

D-67246 Dirmstein / Pfalz

 

 

 

 

Weingut Janson Bernhard

Hauptstr. 5  ·  67308 Zellertal / Harxheim

Tel: 06355-1781  ·  Fax: 06355-3725

info@weingutjansonbernhard.de

www.weingutjansonbernhard.de

 

mpk, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
Museumsplatz 1, 67657 Kaiserslautern
T.: +49 (0) 631 3647 -201

info@mpk.bv-pfalz.de

www.mpk.de

 

 

 

 

 

 

 

 

Preise / Reservierungen

 

Eintritt für alle Veranstaltungen:

20 Euro (Schüler*innen/Studenten: 10 Euro)

 

Kartenreservierungen (außer "KUNST(spät)STÜCK")

Empfehlen wir Ihnen wegen des begrenzten Sitzplatz­-

angebotes.

Reservierungen und Informationen unter 

Telefon 0172-6583690

oder per E-Mail unter basurconcert@in-kl.de.

 

Ein großer Dank gilt dem Kulturverein St. Michael in Dirmstein. Ebenso bedanken möchten wir uns bei Christine Bernhard und dem Weingut Janson-Bernhard sowie bei Frau Dr. Annette Reich vom Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, und natürlich beim Kultursommer Rheinland-Pfalz.